Die Zürcher Velobörse

Die Zürcher Velobörse

Velobörsen erfreuen sich einer zunehmend grossen Beliebtheit. Wir haben die Velobörse in Zürich besucht – und Schnäppchenjäger sowie Weltenbummler getroffen.

Hunderte von Velos stehen schon morgens um 8 Uhr für die Käufer bereit. Und es kommen ständig nNeue hinzu. Das Verfahren ist ganz einfach: Velo bringen, Preis bestimmen, Platzgeld zahlen, Velo deponieren.

Jens steht bereits in der Abgabeschlange und weiss noch nicht, wie viel er für sein Liegevelo verlangen soll. Es hat eine spannende Geschichte hinter sich. „Ich habe alle Schweizer Pässe damit bezwungen. Auch den Gotthard.“, meint Jens. Mit seinem bequemen Zweirad war er kilometerweit unterwegs, bis es ihn bergab „irgendwo in Bellinzona“ in einer Kurve „litzte“. Obwohl Jens verletzt und das Gefährt demoliert war, haben sich beide wieder erholt. Ein abenteuerlustiger Käufer für dieses Vehikel das Vehikel wird sicher bald gefunden.

Valerio hat das Liegevelo nicht gekauft. Dafür ein Allegro Velo, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber noch recht gut im Schuss ist. Seinen erstandenen Drahtesel für gut 250 Franken braucht er, um von A nach B zu kommen. Er wohnt und arbeitet in Zürich. Da kommt es wohl nicht darauf an, auf was er sich da bewegt? „Doch, es braucht auch hier Stil“, meint Valerio.

Velos mit Geschichte und Stil
Ein noch älteres Modell bietet Sibylle aus Zürich an. Ihr Allegro-Fahrrad hat sie in den 80erJahren überall hin mitgenommen. Unter anderem führte sie eine Tour nach Belgien. Mit dem Flieger hin, das Velo im Gepäck und ab in die Pedale. „Mietvelos gab es da sicher auch schon. Aber ich wollte mit meinem Fahrrad das Land erkunden“, erzählt sie uns.

Das von Annemaria erstandene Velo wird es wohl nie über Zürich hinausschaffen. Die Italienerin, die in Zürich arbeitet, hat sich ein violettes Rad ausgesucht. In dem Gewühl sticht es heraus und ist mit 250 Franken erst noch super-günstig. Er lohnt sich also, der Weg zur Velobörse. Obwohl Valerio warnt: „Ohne einen Experten oder guten Freund, der etwas davon versteht, würde ich nicht hierher kommen.“ Zuviel bezahlen will schliesslich niemand.

Die nächsten Velobörsen in Zürich am Helvetiaplatz (organisiert von Pro Velo):
27.6., 18.7., 29.8., 26.9.

Info:
An der Velobörse kann man ohne Voranmeldung teilnehmen – man muss lediglich zur Abgabezeit mit dem Velo erscheinen (meist zwei Stunden bevor die Velobörse startet). Der Verkaufspreis kann selbst bestimmt werden, wobei einem die Fachleute vor Ort helfen, das beste Preis/Leistungsverhältnis zu finden. Was immer fällig wird, ist das Platzgeld, in der Regel etwa fünf Franken. Diese Gebühr wird bei einem Verkauf zurückerstattet. Um den Verkauf von gestohlenen Velos zu verhindern, wird von allen Verkäufern ein Identitätsausweis verlangt.

Sie nahm ihr Velo überall hin mit.

Sibylle mit einem alten Allegro

Sie nahm ihr Velo überall hin mit.

Mit diesem Rennvelo jetzt unterwegs.

Valerio aus Zürich

Mit diesem Rennvelo jetzt unterwegs.

Ihr ganzer Stolz – erstanden an der Velobörse.

Annemaria aus Italien, arbeitet in Zürich

Ihr ganzer Stolz – erstanden an der Velobörse.

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